Frisch verheiratet © Arrow Studio - Fotolia.com

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Wieder sorgen harte Aussagen von Papst Benedikt XVI für Konroversen. Seine konservative Einstellung ist allgemeinhin bekannt. Doch nun kam es zu einer verschärften Kritik der gleichgeschlechtlichen Ehe. Die homosexuelle Gesellschaft kämpft für gleiche Rechte bezüglich einer ehelichen Verbindung und das Recht auf die Adoption eines Kindes. Was in den USA in manchen Bundesstaaten schon erlaubt ist, stösst in Deutschland und im katholisch geprägten Europa nach wie vor auf Hindernisse.

So ging aus der jüngsten Stellungnahme des Papstes hervor, dass eine solche Verbindung zwischen Frau und Frau oder Mann und Mann nicht nur ein moralisch absolut zu verurteilendes Konzept sei, sondern, dass die Gesellschaft auf Grund solcher Ehen gefährdet wäre. Dass Mann und Frau zusammengehören, habe nicht nur eine konventionelle Relevanz, sondern sei wichtig für eine intakte Gesellschaft. Gleichgeschlechtliche Ehen untergraben jedoch dieses Fundament und führen auf Dauer zu einer gesellschaftlichen Degeneration. Viele Papstkritiker und Anhänger der Homosexualität fühlen sich vor den Kopf gestossen. Was jahrelange Genderstudies und Gleichberechtigungsideen aufgebaut haben, wird hier im Eilflug durch das führende Wort des katholischen Konservativismus wieder abgerissen. Die Ideen des Papstes muten mittelalterlich an und scheinen auch keinen nachvollziehbaren Bezug mehr zum Zeitgeist herstellen zu können. Nach wie vor wehrt sich der Vatikan wehement gegen die Praktik der Abtreibung. Es ist nachvollziehbar, dass eine strenge Exegese der katholischen Glaubensschriften einen solchen Schluss zulassen und begründen. Allerdings wünscht man sich gerade von der Kirche einen moderneren Umgang mit diesen Schriften, um den Glauben fern von menschenverachtenden Dogmen wieder etwas zu neuem Glanz zu verhelfen, anstatt Angriffsfläche für Ablehnung und Feindschaft zu bilden.

© Jason Mark Photos - Fotolia.com

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Baden-Württemberg öffnet nun endlich auch – als letztes Bundesland – die Standesämter für Schwule und Lesben. Die grün-rote Landesregierung hat nun beschlossen, dass auch gleichgeschlechtliche Paare ab dem 01.01.2012 ihre Lebenspartnerschaft im Standesamt besiegeln können, bisher mussten sie dazu teilweise in der KFZ-Zulassungsstelle “heiraten”.

Die ehemalige CDU/FDP-Regierung hat hier keinen Handlungsbedarf gesehen. “Endlich ist der lange Kampf ums Standesamt zu Ende. Zehn Jahre hat es gedauert, erst jetzt können sich Lesben und Schwule im ganzen Bundesgebiet in den Standesämtern das Ja-Wort geben”, freut sich Manfred Bruns, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes. “Baden-Württemberg war das letzte Bundesland, das von der Länderöffnungsklausel Gebrauch gemacht hatte und über Jahre lesbische und schwule Paare mit unübersichtlichen Sonderregelungen traktierte. Wir freuen uns, dass die neue Landesregierung diese homophobe Gesetzgebung abgeschafft hat”, sagt er weiter. Für die Verpartnerung verlangten die Städte teilweise deutlich höhere Gebühren bis hin zu 300 Euro, eine Hetero-Ehe konnte zum einheitlichen Festpreis von 40 Euro abgeschlossen werden. Mit der Neuregelung gilt nun in der ganzen Bundesrepublik einheitlich das Personenstandsrecht. Das heißt, dass die gleichen Behörden zuständig sind und jedes Paar heiraten kann, wo es will. 

Im Juni diesen Jahres beschloss das Bundesland Hamburg mit den Stimmen von SPD, Grün-Alternative Liste Hamburg und Die Linke eine Bundesinitiative zur Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare. CDU und FDP stimmten dagegen. Am 29. Juni brachte das Bündnis 90/Die Grünen einen Gesetzentwurf zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in den Bundestag ein, der nur von der Linken unterstützt wird. 

Ein Signal der Hoffnung für die Gemeinde der Schwulen, Lesben und Transgendern kommt diese Woche aus Brüssel. Das  Europäische Parlament stärkt die Rechte der LGBT-Gemeinde durch die Verabschiedung von zwei Resolutionen, die umfassend gegen Diskriminierung vorgehen sollen.

Die erste Resolution “Zur Integration von Menschen mit Behinderungen fordert die EU-Mitgliedsstaaten auf Richtlinien durchzusetzen, die die Anwendung des Grundsatzes der Gleichbehandlung ungeachtet der Religion oder der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung verwirklichen sollen.

Darauf folgte prompt die Verabschiedung einer Resolution zu neuen Beschäftigungsmöglichkeiten, insbesondere auch gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz. 

Die Innitative ergriffen vor Allem die grünen Parteien Europas. Diese begrüßten die Resolutionen, denn laut der grünen Abgeordneten Raül Romeva i Rueda (Spanien) sei es “in der DNA Europas, Minderheiten zu schützen”. Sie klagt darüber hinaus Staaten an deren “rückschrittliche Regierungen” die Gleichheit “mit “irreführenden Argumenten” hinauszögern wollten.

Ein Änderung der traditionellen Sichtweisen zeichnet sich auch im Bereich des Asylrechts ab. Das europäische Parlament verabschiedete eine bindende Resolution, die Erleichterungen für Transgender-Personen bei Asyl-Anträgen bewirken soll.

Genauer heisst es in der neuen EU-Asyl-Richtlinie: “Geschlechtssepzifische Aspekte, einschließlich der geschlechtlichen Identität, werden zum Zwecke der Bestimmung der Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder der Ermittlung eines Merkmals einer solchen Gruppe angemessen berücksichtigt.”

Beispielsweise wurden in Deutschland bisher Transgender-Personen rechtlich wie Schwule und Lesben behandelt. Bei einem Antrag auf Asyl kamen ihnen deshalb nur “begrenzt Schutz vor Verfolgung” zu. Dies soll die Richtilinie ändern, durch welche Geschlechtsidentität als Verfolgungs- und damit Asylgrund anerkannt wird.

Ausser Großbritannien, Irland und Dänemark wird die Richtlinie in jedem der EU-Mitgliedstaaten durch den jeweiligen Gesetzgeber umgesetzt. 

Quelle: Time for Climate Justice/Flickr.com

Quelle: Time for Climate Justice/Flickr.com

Im vergangenen Jahr sorgte das Buch des damaligen Berliner SPD-Finanzsenators für die meisten Schlagzeilen und hitzigsten Diskussionen im Land: Die Rede ist natürlich von Thilo Sarrazins “Deutschland schafft sich ab”, das sich mit der Integrationspolitik Deutschlands beschäftigt und mit provokanten und radikalen Thesen aufwartet. Auch bei Interviews verhielt sich der ohnehin schon wenig beliebte Politiker eher nicht im Sinne der “political correctness”: Er bachte Zuwanderer in Verbindung mit der seiner Meinung nach immer dümmer werdenden Bevölkerung und warf ihnen vor, nichts weiter als ständig neue Kinder mit Kopftuch zu machen. Das führte dazu, dass einige SPD-Genossen um den Ausschluss Sarrazins aus der Berliner SPD kämpften – vergeblich.

Nun legt auch Berlins alter und neuer Bürgermeister, der charismatische SPD-Mann Klaus Wowereit, ein Buch über Integration vor, das unter anderem Antwort und Kritik von “Deutschland schafft sich ab” ist. Wowereit sieht viele Dinge optimistischer, das lässt auch schon sein Titel “Mut zur Integration” erahnen. Darin plädiert er für ein “neues Miteinander” und führt aus, dass während es Sarrazin um Spaltung ginge, er um Zusammenhalt und Gemeinschaft kämpft.

So eine Steil-Vorlage lässt sich natürlich Sarrazin nicht engehen: Er bezeichnete Wowereits Integrations-Buch als “Schönwetter-Mutmachfibel” und kritisiert das fehlende Niveau des Textes. Unter anderem findet Sarrazin sehr peinlich, dass sich Wowereit selbst einen Migrationshintergrund andichte, da Wowereits Mutter in Ostpreußen aufgewachsen sei. Er, dessen Wurzeln in England, im Burgund und in Polen lägen, käme gar nicht erst auf eine solche Idee – schließlich sei er in Recklinghausen aufgewachsen und folglich Westfale.

Trotz der vielen Vorurteile gegen Einwanderer oder Türken im Besonderen zieht es dennoch viele Deutsche regelmäßig an den Bosperus oder die türkische Riveria. Unternehmen wie Emlak: Türkische Immobilien haben unter ihren Kunden nicht selten vor allem Bundesbürger. Dann drehen sich die Stereotype endlich einmal um und der Deutsche ist plötzlich der Fremde unter Türken: Schließlich sind wir alle Ausländer.

Gedächtniskirche Berlin, Foto: melcher groenendijk_flickr

Gedächtniskirche Berlin, Foto: melcher groenendijk_flickr

Vor kurzem war der Papst in Deutschland und unter anderem in Berlin. Dies war ein riesiges Medienereignis und brachte auch viele kritische Stimmen mit sich. Hinzu kam ein unglaublich hohes Sicherheitsaufkommen, was die Anwohner der betroffenen Zonen ziemliche Einschränkungen erlebenließ. Doch noch bevor der Papst überhaupt nach Berlin kam, geschah in Berlin etwas historisch noch nie dagewesenes, bei dem es eigentlich schade ist, dass es kaum Anklang in den Medien fand.

Es trafen sich der Erzbischof von Berlin Rainer Maria Woelki und Vorstandsmitglied Bodo Mende. Nun mag man sich fragen was daran so historisch sei, denn ein Erzbischof wird sich doch sicherlich häufiger mal mit Vorstandsmitgliedern treffen. Doch in Bezug auf die katholische Kirche handelte es sich hier um ein ganz besonderes Vorstandsmitglied. So ist Bodo Mende Vorstandsmitglied des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin Brandenburg. Da die Haltung der katholischen Kirche gegenüber Homosexualität weitreichend bekannt ist, dürfte nun klar werden warum dieses Treffen historisch war. Immerhin hat sich noch kein anderer Erzbischof mit dem LSVD auseinander gesetzt. 

So redeten Mende und Woelki offen über dieses Thema. Von Seiten Mendes ging es dabei vor allem darum, dass man die Kirche doch einfach Homosexuellen akzeptieren solle und nicht mit Diskriminierung gegen diese vorgehen solle. So wurde klar angesprochen, dass man es nicht gut heißen kann, das Mitarbeiter der Kirche welche sich als homosexuell outen mit einer Kündigung rechnen müssen.

Woelki war es auf der anderen Seite sehr wichtig, dass der LSVD, welcher mit zu den Organisatoren der Anti-Demos zum Papstbesuch gehört sich trotzdem respektvoll gegenüber dem Papst verhält und die Demonstrationen in einem friedlichen Ausmaße halten solle.

Im Anschluss sagten beide, dass sie begeistert über die Gespräche gewesen seien und dies als Meilenschritt in Kommunikation zwischen Kirche und Homosexuellen betrachten würden.

Israelische Soldaten, Quelle: manfred_laue/Flickr.com

Israelische Soldaten, Quelle: manfred_laue/Flickr.com

Laut einer neuen Studie werden homosexuelle Soldaten in der israelischen Armee diskriminiert und gemobbt. Zwar ist es für Homosexuelle, seit nun 18 Jahren möglich in die Armee einzutreten, doch die Akzeptanz von Seiten der Armee selbst, ist noch nicht spürbar. Die Homo-Gruppe Israeli Gay Youth (IGY) hat schwule und lesbische Soldaten nach Ihren Erfahrungen in der Armee befragt. Die Zahlen sind erschreckend. Rund 40 Prozent der Befragten gaben an, sie würden wegen Ihrer Sexualität verbal angegriffen werden. Rund 20 Prozent wurden bereits körperlich attackiert. Auf diese Übergriffe wird jedoch von Seiten der Vorgesetzten nicht reagiert. Hierbei würden diese die Augen vor dem Mobbing verschliessen.

Nach außen wird jedoch das Bild abgeliefert, als ob die israelische Armee keine Probleme mit Mobbingfällen hätte. Auf die Nachfrage der IGY beim Militär, was dieses zu tun gedenkt, antwortete das es, es gäbe sowohl keine Probleme als auch, die Männer und Frauen wären wären in der israelischen Armee aufgeklärt. Trotz alledem muss das Militär auf die Übergriffe eingehen und diese ernst nehmen. Eine Armee kann sich eine schlechte Moral nicht erlauben, dafür sind alle aufeinander zu angewiesen, als dass man sich Mobbing erlauben könnte.

Noch vor ca. 30 Jahren hat das Militär Soldaten und Soldatinnen aus dem Dienst entlassen, sobald bekannt wurde, dass sie homosexuell sind. In den Jahren darauf wurden sie dann nicht mehr suspendiert, aber ihre Karrierechancen waren sehr eingeschränkt. Es kam kaum vor, dass Homosexuelle befördert wurden.

Anfang der 90er Jahre kamen Beschwerden auf das Militär zu, so dass sie sich dieser Problematik nicht entziehen konnten. Als dem Reserveoffizier und Tel Aviver Professor Uzi Even sein Rang, aufgrund seiner sexuellen Orientierung aberkannt wurde, schaltete sich die Regierung ein. Fortan durften Schwule und Lesben in die Armee eintreten und sollten nicht mehr diskriminiert werden.

Doch was gesetzlich seit Jahren festgeschrieben ist, scheint bei den Soldaten noch nicht angekommen zu sein. Es wird Zeit, dass sich die Armee und ihre Soldaten ändern.

Wofür steht LGBT?

23/08/2011
Ein lesbisches Paar von Von philippe leroyer/Flickr.com

Ein lesbisches Paar von Von philippe leroyer/Flickr.com

Haben Sie schon mal von LGBT gehört? Nein? Dann wird es allerhöchste Zeit sich mit dieser Abkürzung zu beschäftigen. LGBT ist die englische Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual und Trans. Zu deutsch heißt das ‘Lesben, Schule, Bisexuelle und Transsexualität’. Menschen, die dieser Gruppierung angehören, haben alle eines gemeinsam – sie sind nicht heteronormativ. Aller Anfang war schwer, aber letztendlich hat man sich dazu durchgerungen nach Begriffen zu suchen. Die Begriffssuche fing in den 40er Jahren an und hält noch heute an.

In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts begann man damit zwischen der Homosexualität und der Transsexualität zu unterscheiden. Ende der 60er Jahre fing man an die Begriffe gay und schwul zu gebrauchen. Durch die Frauenbewegung und die Zusammenarbeit mit der Schwulenbewegung kam Schwung in die Sache. Ein neues Selbstbewusstsein kam zum Vorschein und die Forderung nach einer neuen und eigenen Identität.

Es formierten sich verschiedene Bezeichnungen, auch solche die Kritik herausforderten. So störten sich einige Transgender daran, dass sie durch die häufige Verwendung von LGBT falsch dargestellt wurden. Transgender-Menschen können nämlich auch heterosexuell sein. Die sexuelle Orientierung und die Geschlechtsidentität, die in der verschiedene Buchstaben zusammengeführt wurden, gehören des öfteren auch getrennt. Man kann nicht alle sexuellen Richtungen in eine Kombination packen.

Weltweit gibt es viele Kombinationen weiterer Gruppierungen, wie beispielsweise 2 für Two-Spirit, A für Asexuell oder auch O für Omnisexuell, die nicht wahllos aneinandergereiht werden können, da es oftmals keinen Zusammenhang zwischen ihnen gibt. Seit der Emanzipierung der 70er Jahre wurde eine Auseinanderhaltung verschiedener Orientierungen gefordert.

Nun wird auch immer öfter das Wort Queer als Synonym für alles, was von der Heteronormativität abweicht verwendet, doch so macht man es sich auch etwas einfach und so einfach, wie man es gerne hätte, ist es nicht.

 

Glücklicherweise hat das Kabinett in Uganda erstmal die Todesstrafe für Homosexuelle stoppen können.Das „Antihomosexualitätsgesetzt“ konnte nun von dem ugandischen Kabinett gestoppt werden, das die Todesstrafe für Schwule vorgesehen hatte. Einige Parlamentarier wollen dennoch weiter dafür kämpfen.

 

Der Verfasser des Gesetztes, David Bahati, will an dem Entwurf des „Antihomosexualitätsgesetztes“ festhalten. Er ist der Meinung, dass nur mit diesem Gesetz Uganda moralisch für die Zukunft gerüstet sei.

 

Die Regierung Ugandas befürchtete, dass eine Verschärfung der Gesetzte gegen Homosexuelle viele Geberländer abschrecken könnte,Nach angaben einer anonymen Quelle heißt es, dass Uganda die bereits bestehenden Gesetzte restriktiver umsetzten könne, ohne damit Entwicklungsgelder zu gefährden. Danach stimmte das Kabinett der Ablehnung des geplanten Gesetztes zu.

Es bestehen in Uganda bisher schon harte Strafen auf Homosexualität. Für „unnatürlichen“ Sex besteht zur Zeit eine 14-jährige Haftstrafe. Nun sollte im neuen Gesetzt die Todesstrafe für „schwere“ Homosexualität eingeführt werden. Außerdem sollte auch das werben für Homosexualität unter Strafe gestellt werden. Dies würde beispielsweise eine Werbung für Aids-Kampagnen unmöglich machen. Ebenso sollte das Verstecken von Homosexuellen und das Vermieten einer Wohnung an eben diese unter Strafe gestellt werden. Wer Homosexuelle nicht den Behörden ausliefert, sollte mit einer Strafe bis zu 3 Jahren Gefängnis rechnen können.

 

Erschreckend ist vor allem, dass immer noch eine sehr große Schwulenfeindlichkeit in der Bevölkerung herrscht. Immerhin ist die Prozentzahl aus dem Jahr 2007 von 96 Prozent auf heute 79 Prozent zurückgegangen, auch wenn das erst ein kleiner Schritt ist. Es bleibt für die Zukunft zu hoffen, dass sich die Gedanken der Bevölkerung öffnen und mehr Platz für eine liberalere Gesellschaft geschaffen wird.

Weltmeister Japan, Foto: westphalen_flickr

Japan ist Weltmeister. In einem packenden Endspiel bezwangen die Spielerinnen von Trainer Norio Sasaki die favorisierten US-Amerikanerinnen mit 5:3 nach Elfmeterschießen und feierten den ersten Titelgewinn in der Geschichte des japanischen Frauenfußballs. Sie bestätigten damit den Trend im modernen Fußball, weg vom bloßem Einsatz von Kraft, Physis und körperlicher Robustheit hin zu einem technisch anspruchsvollen und taktisch variablen Spiel mit wenigen Ballkontakten. Der FC Barcelona und die spanische Nationalmannschaft prägten diesen Stil und brachten ihn unter anderem im Champions League Endspiel gegen ein überfordertes Star-Ensemble von Manchester United zur Perfektion.

Im Erfolg Japans ist fast noch außergewöhnlicher als jener der spanischen Ballvirtuosen, da sich ihr Stil schon derart von den Vorgehensweisen ihrer Gegnerinnen unterscheidet, dass es sich fast um unterschiedliche Sportarten handelt. Während die US-Amerikanerinnen, die Schwedinnen und auch die Deutschen, meist mit langen Bällen das Mittelfeld zu überbrücken versuchen und im Sturmzentrum auf die körperliche Präsenz ihrer Stoßstürmerinnen, wie z.B. die famose Abby Wambach, setzen, lassen die Japanerinnen minutenlang den Ball in ihren eigenen Reihen zirkulieren, passen das Spielgerät dutzende Male zwischen den Mittelfeld-und Abwehrspielerinnen hin und her, um die gegnerische Mannschaft aus der Defensive zu locken. Tappen die Gegnerinnen in diese Falle spielen die zentralen Mittelfeldspielerinnen, wie die zur besten Spielerin des Turniers gekrönte Homare Sawa, blitzgescheite Pässe auf die wendigen und flinken Stürmerinnen, die aussehen als brächten sie kaum 40 Kilogramm auf die Waage, die jedoch so schnell und gefährlich sind wie Stechmücken im Amazonas.

Zu ihrer technischen Überlegenheit kommt die mentale Stärke der Mannschaft aus dem Land der aufgehenden Sonne. Bewusst sehen sie sich als Hoffnungsträger und Trostspender für jene die nach der Atom-Katastrophe von Fukushima alles verloren haben. Der Trainer sagt, manchmal müsse er seine Spielerinnen fast bremsen vor lauter Motivation. Durch ihr zurückhaltendes Auftreten vermeiden sie jedoch den etwas klebrigen Pathos der Amerikanerinnen, ihre Spielführerin Homare Sawa verehren die japanischen Spielerinnen wie eine spirituelle Führerin.

Eine Deutsche stand im Übrigen auch auf dem Frankfurter Rasen. Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus leitete die hoch emotionale Partie gewohnt souverän.

Der Christopher Street Day, auch CSD genannt, ist ein vorgesehener Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern. Ursprünglich setzte man sich am Christopher Street Day für die Rechte solcher Gruppen sowie Gegen die Diskriminierung und Ausgrenzung in der Gesellschaft ein. Seinen Namen hat der CSD nur in Deutschland und der Schweiz. In anderen Ländern ist es anders. In Österreich nennt man den Umzug die Regenbogenparade und in englischsprachigen oder romantischen Ländern ist es als Gay Pride oder Pride Parade bekannt.

Seinen Ursprung hat der CSD in New York im Jahr 1969. Im Stadtviertel Greenwich Village wurde in der Bar Stonewall Inn ein Aufstand gemacht. Diese Zeit war durch die Straßenschlachten sowie gewalttätige Razzien gegen Homosexuelle geprägt. Um den ersten Jahrestag des Aufstandes zu feiern, wurde am 28. Juni 1970 das Christopher Street Liberation Day Committee gegründet. Bis heute feiert man am letzten Samstag des Juni in New York den Umzug. Inzwischen ist daraus eine internationale Tradition geworden.

In Deutschland findet der Umzug in Berlin und Köln, aber auch in anderen Großstädten statt. Auch deutsche Prominente nehmen an der Feier teil. Zu den bekanntesten zählen Bundesaußenminister Joschka Fischer, die Bundesministerin Renate Künast sowie unter anderem der regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit.

Der CSD in Deutschland ist aber auf verschiedene Daten zwischen Juni und August verteilt. Im Jahr 2002 konnte die Parade in Köln in Zusammenlegung mit dem Rosenmontag sich über 1,2 Millionen Besucher freuen. Die Beteiligten demonstrieren oft provozierend wie stolz sie auf ihre sexuelle Ausrichtung sind.

Nicht zuletzt Philosophen, sondern auch andere Kritiker bedauerten sich in letzter Zeit von dem Christopher Street Day und warfen ihm die zunehmende Kommerzialisierung und Ignoranz gegenüber Rassismus und doppelter Diskriminierung von homosexuellen Migranten.